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Abgeschlossen

Multilingualism Accelerator 2017

Good practice Europäisches Sprachensiegel

Entwicklung pädagogischer Ansätze zur Förderung von Mehrsprachigkeit in Schulen unter Nutzung einer Modellsprache. Das Projekt wurde durch Erasmus+ gefördert und lief vom 1. November 2017 bis 31. Dezember 2019.

Multilingualism Accelerator 2017

Webseite: https://lernu.net/instruado

Multilingualism Accelerator wollte den frühen Spracherwerb leichter zugänglich machen, indem Schülerinnen und Schüler eine erste Erfahrung bekommen, die strukturiert, regelmäßig und leicht verständlich ist. Das Projekt nutzte Esperanto als Modellsprache und entwickelte darauf aufbauend sofort im Unterricht einsetzbare Materialien.

Hauptziel war es, Kindern zu helfen, schneller mehrsprachig zu werden und Vertrauen in die eigenen Sprachlernfähigkeiten aufzubauen. Gleichzeitig sollte das Projekt das Sprachbewusstsein stärken und Motivation sowie Selbstwertgefühl während des Lernprozesses fördern.

Damit das Konzept im Schulalltag funktioniert, entwickelte die Partnerschaft ein Lehrkräfteportal und ein vollständiges Set an Unterrichtsmaterialien. Eine zentrale Entscheidung war, dass Sprachlehrkräfte den Kurs ohne Vorkenntnisse in Esperanto unterrichten können. Lehrkräfte konnten parallel zu ihren Klassen lernen, unterstützt durch klare Erklärungen und in die Materialien eingebettete Links.

Der Kurs wurde an drei Schulen erprobt und von fünf Lehrkräften durchgeführt. Vierzig Schülerinnen und Schüler starteten den Kurs, dreißig schlossen ihn ab. Die Evaluation kombinierte Unterrichtsbeobachtungen mit erzählerischen Interviews, Umfragen und Tests.

Ergebnisse und Outputs

Das Projekt lieferte einen strukturierten Kurs für den Unterricht, ausgelegt auf 60 Stunden in 30 Lernblöcken. Der Kurs ist in sechs Lektionen gegliedert und basiert auf den 300 häufigsten Morphemen.

Jede Lektion enthält Schritt-für-Schritt-Anleitungen für den Unterricht, druckfertige Übungen mit Illustrationen, direkte Links zu Grammatikerklärungen, digitale Übungen für die Lernenden und begleitendes Audiomaterial. Alle Ressourcen sind im Multilingualism-Accelerator-Portal verfügbar, das derzeit in zehn Sprachen angeboten wird: Bulgarisch, Kroatisch, Deutsch, Englisch, Esperanto, Portugiesisch, Russisch, Spanisch, Slowakisch und Slowenisch.

Ergänzend zu den Unterrichtsmaterialien erstellte die Partnerschaft auch Online-Tutorials für Lehrkräfte. Diese wurden auf Esperanto produziert, mit Untertiteln in allen Projektsprachen, und führen in den Gesamtansatz, grundlegendes Esperanto sowie praktische Hinweise zur Nutzung der didaktischen Materialien ein.

Unsere Rolle

Studio GAUS GmbH war von der Konzeptionsphase an in das Projekt eingebunden und wirkte an der inhaltlichen Ausrichtung mit. Wir entwickelten die Projektidee gemeinsam mit den Partnerorganisationen und unterstützten die Koordinationsprozesse über die gesamte Laufzeit hinweg. Zudem entwickelten und betrieben wir das mehrsprachige Projektportal einschließlich der zugrunde liegenden Inhalts- und Übersetzungsstrukturen, sodass Sprachversionen direkt innerhalb der Plattform erstellt und gepflegt werden konnten. Ergänzend dazu gestalteten wir visuelle Elemente und Illustrationen und bereiteten die im Unterricht eingesetzten Materialien zum Download auf.

Partnerorganisationen

  • Izvori d.o.o. (Kroatien)
  • Inter-kulturo d.o.o. (Slowenien)
  • Univerza v Mariboru (Slowenien)
  • Studio GAUS GmbH (Deutschland)
  • Sredno uchilishte Hristo Botev (Bulgarien)
  • Osnovna škola Retkovec (Kroatien)
  • OŠ Rudolfa Maistra, Šentilj (Slowenien)
  • Edukácia@Internet (Slowakei)
  • Syddansk Universitet (Dänemark)

Um die Zusammenarbeit in der länderübergreifenden Partnerschaft zu unterstützen, nutzten wir regelmäßigen E-Mail-Austausch und Skype-Konferenzen; gemeinsame Dokumente und Inhalte wurden in einem zentralen Online-Repository abgelegt. Zusätzlich begleiteten wir vier transnationale Treffen, die die Koordination sowie die praktische Arbeit in kleineren Gruppen ermöglichten.

Reichweite und Sichtbarkeit

Einige der wertvollsten Erkenntnisse kamen direkt aus dem Unterricht. In der Pilotphase reagierten die Schülerinnen und Schüler besonders positiv auf aktive Formate wie Lieder, Spiele, Sketche, Kartenspiele und computergestützte Übungen. Aufgaben, bei denen es um das Auswendiglernen von Wörtern, das Ausfüllen von Texten und Übersetzungen ging, fanden sie anspruchsvoller.

Die Testphase brachte auch unerwartete Momente der Verbindung. Lehrkräfte in Šentilj initiierten gegenseitige Schulbesuche mit Zagreb, bei denen die Schülerinnen und Schüler einen Tag miteinander verbrachten, sangen, gemeinsam aßen und einen Ausflug machten.

In der Öffentlichkeitsarbeit kombinierte die Verbreitung Partnerwebsites, Social Media, Flyer und Präsentationen bei öffentlichen Veranstaltungen. Das Projekt wurde außerdem in Medien wie Good Morning Croatia auf HRT 1 und Glas Hrvatske im Radio erwähnt.

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